Weitersbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen an.
Geographie
Weitersbach liegt am Idarbach am Rand des Idarwalds im Hunsrück. 77 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet (Stand 2010). Im Osten befindet sich Rhaunen, im Süden Stipshausen und nördlich liegt Gösenroth.
Zu Weitersbach gehören auch die Wohnplätze Weitersbacherhütte und Bernds-Mühle (Weitersbacher Mühle) im Idartal.
Geschichte
An der Abzweigung nach Krummenau befand sich eine römische Villa rustica. Der Hauptbau mit 26 Räumen gilt als einer der größten Gutshöfe aus der Römerzeit im gesamten Hunsrück. Die Überreste wurden 1953–1955 freigelegt. Der Ort Weitersbach wurde im Jahr 1200 als Widemarsbach erstmals urkundlich erwähnt.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Weitersbach zum Hochgericht Rhaunen in der Wild- und Rheingrafschaft. Zuletzt war das Territorium des Hochgerichts Rhaunen gemeinschaftlicher Besitz von Kurtrier und den Wild- und Rheingrafen.
Nach der Besetzung des Linken Rheinufers infolge des Ersten Koalitionskrieges (1794) gehörte Weitersbach von 1798 bis 1814 zum Kanton Rhaunen im Arrondissement Birkenfeld des Saardepartements. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam der Kanton Rhaunen und damit auch Weitersbach 1815 zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung wurde die Gemeinde Weitersbach 1816 der Bürgermeisterei Rhaunen im Kreis Bernkastel zugeordnet, der zum Regierungsbezirk Trier in der Rheinprovinz (1822) gehörte.
- Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Weitersbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:
Politik
Bürgermeister
Marco Ripp ist seit 2019 Ortsbürgermeister von Weitersbach. Sein Vorgänger war seit 1999 Karl-Heinz Ripp.
Wappen
Sehenswürdigkeiten
Der Idarkopfturm nahe dem Idarkopf liegt auf der Gemarkung von Weitersbach an der Grenze zu Stipshausen.
Wirtschaft und Infrastruktur
In Weitersbach gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus. In Idar-Oberstein ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken. Im Norden befinden sich die Bundesstraße 50 und der Flughafen Frankfurt-Hahn. Seit 1871 steht am Idarbach eine Getreidemühle, die mit Wasser angetrieben wird. Die Mühle wurde 1947 neu aufgebaut, nachdem sie während des Krieges 1943 bei einem Bombenangriff zerstört worden war. Die Maschinen stammen aus dem Jahr 1942. Die Mühle hat eine Mahlleistung von einer Tonne pro Tag und gehört damit zu Deutschlands kleinen Mühlen. Die Betreiber verarbeiten ausschließlich Getreide aus eigenem Anbau. Die Müllerin Daniela Müller-Lorenz ist eine der wenigen Müllerinnen Deutschlands.
Siehe auch
- Liste der Kulturdenkmäler in Weitersbach
Weblinks
- Ortsgemeinde Weitersbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen
- Literatur über Weitersbach in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie